Wie Lebenszyklusdenken die Automatisierung verbessert: Von isolierten Kennzahlen zur Systemoptimierung

Digital image representing how Lifecycle Thinking Enhances Automation

Die wichtigsten Informationen in Kürze

  • Nachhaltigkeit ist kein isoliertes Ziel, sondern das Ergebnis von Automatisierungslösungen, die auch bei veränderten Bedingungen zuverlässig leisten.
  • Stabilität, Produktivität und Nachhaltigkeit greifen ineinander, wenn Systeme mit einem Lebenszyklusdenken entwickelt werden.
  • Die resilientesten Automatisierungslösungen überzeugen auch Jahrzehnte nach dem Go-live durch starke Leistung.

Wo beginnt Nachhaltigkeit: bei Umweltverpflichtungen, der Systemleistung oder Investitionen, die auf Jahrzehnte ausgelegt sind? In der Automatisierung beginnt sie mit einer Leistung, die standhält, wenn sich Bedingungen ändern, die Nachfrage schwankt, Energiekosten steigen und der Tagesbetrieb sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt.

Nachhaltigkeit ist kein einmaliges Ergebnis, sondern eine langfristige operative Verantwortung.

Globale Supply-Chain-Verantwortliche stehen vor der Aufgabe, den Durchsatz zu erhöhen, die Verfügbarkeit zu maximieren, steigende Energiekosten zu bewältigen und Herausforderungen im Bereich Personal zu managen. Gleichzeitig müssen sie resilient gegenüber Störungen bleiben: Unterbrechungen in der Lieferkette, veränderte Auftragsprofile und eine wachsende SKU-Vielfalt. In diesem Umfeld sind es die Systeme, die über den ersten Betriebstag hinaus intelligent optimiert werden und auch bei veränderten Bedingungen weiterhin leistungsfähig bleiben.

Bei Dematic betrachten wir Nachhaltigkeit und Leistung als zwei Seiten derselben Medaille. Wenn Automatisierungssysteme Lasten intelligent steuern und innerhalb stabiler Parameter betrieben werden, profitieren Betriebe von höherer Verfügbarkeit, gleichmäßigerem Materialfluss und besser planbarer Produktivität.
Nachhaltige Automatisierung bedeutet im Kern: Leistung über die Zeit. Die Umweltperformance sollte daher auf messbarem Systemverhalten basieren und konsistent bewertet werden, zum Beispiel durch lebenszyklusbasierte Methoden, anstatt einzelne Komponenten isoliert zu betrachten.

Auf Stabilität ausgelegt, nicht nur auf den Go-live

Allzu oft wird der Erfolg von Automatisierungslösungen zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme gemessen. Das zeigt zwar, ob ein System zu diesem Zeitpunkt funktioniert, garantiert jedoch nicht, dass es auch nach 5, 10 oder sogar 30 Jahren noch effizient arbeitet. Genau das ist jedoch eine berechtigte Erwartung an vielen Kundenstandorten.

Nachhaltige Automatisierung sollte nicht an der Leistung zu einem einzelnen Zeitpunkt gemessen werden, sondern über den gesamten Lebenszyklus des Systems. Deshalb sollte das System für kontrollierte Lasten, ausgewogene Systemflüsse und robuste Architekturen modelliert und ausgelegt werden, die unnötige Belastungen von Komponenten reduzieren. Diese ingenieurtechnischen Entscheidungen können, abhängig vom Betriebsprofil sowie der Art des Betriebs und der Wartung, die Verfügbarkeit direkt beeinflussen, vermeidbare Energiebedarfe senken und die Lebensdauer von Anlagen verlängern.

Wie meine Kollegin Aida Victoria Garza, Senior Manager Systems Sustainability, erklärt: „Wenn Nachhaltigkeit auf Systemebene eingebaut wird, wird sie zu einem messbaren Leistungsergebnis und nicht zu einer bloßen Initiative."

Energieeffizienz wird häufig auf Komponentenebene betrachtet, indem einzelne Komponenten miteinander verglichen werden. Diese Vergleiche können zwar nützliche Erkenntnisse liefern, vermitteln aber oft ein verzerrtes Bild. Der Grund: Die Kombinationsmöglichkeiten einzelner Komponenten in einer komplexen Automatisierungslösung sind nahezu unbegrenzt. Im laufenden Betrieb eines Systems über die Zeit sind signifikante Energieineffizienzen häufiger auf Ungleichgewichte im System zurückzuführen. Genau dort, wo ingenieurtechnische Korrekturen sowohl operative als auch ökologische Vorteile bringen können, wenn sie am aktuellen Systemzustand gemessen werden. Effizienz zu planen ist daher untrennbar mit der Planung für Zuverlässigkeit verbunden.

Wenn Nachhaltigkeit zur ingenieurtechnischen Entscheidung wird

Nachhaltigkeit als ingenieurtechnische Disziplin zu behandeln, verbessert die Qualität der Entscheidungen, die Teams treffen können.

Aus der Perspektive von Systemen und Lösungen bietet Nachhaltigkeit eine Linse für mehr Klarheit und Transparenz. Sie gibt sowohl Anbietern als auch Nutzern eine datengetriebene Möglichkeit, Materialien, Energiebedarf und Betriebsleistung über den gesamten Lebenszyklus einer Automatisierungslösung zu bewerten. Das schafft eine Win-win-Situation, die sowohl die direkte Leistung als auch übergeordnete Nachhaltigkeitskennzahlen verbessert. Der Umwelteinfluss wird dadurch messbar, vergleichbar und handlungsorientiert.

Die Lebenszyklusanalyse (LCA) spielt eine zentrale Rolle beim Verständnis der Umweltauswirkungen einer Automatisierungslösung über ihren gesamten Systemlebenszyklus: von den eingebetteten CO₂-Auswirkungen durch Materialien und Fertigung über Installation und Betrieb bis hin zum Ende der Nutzungsdauer. Auf Systemebene bietet die LCA eine konsistente ingenieurtechnische Methodik, um verschiedene Lösungstechnologien anhand derselben Systemgrenzen, Annahmen und Datenqualitätsregeln zu vergleichen, anstatt sich auf isolierte Komponentenkennzahlen oder ungeprüfte Annahmen zu stützen.

Die Erstellung einer LCA für komplexe Systeme ist jedoch weitaus anspruchsvoller als der direkte Vergleich zweier isolierter Produkte. Deshalb arbeitet Dematic aktiv mit internationalen Gremien wie dem VDMA zusammen, um branchenspezifische Produktkategorieregeln zu entwickeln, die mit ISO-Normen abgestimmt sind. So sind Lebenszyklus- und CO₂-Fußabdruckergebnisse transparent, vergleichbar und glaubwürdig.

Diese Sorgfalt ist wichtig, weil sie Annahmen durch Fakten ersetzt: die Grundlage für verantwortungsvolle Entscheidungen auf System- und Umweltebene.

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