„Negative-PUT" lautet das Prinzip, mit dem Dematic den Arbeitsaufwand reduziert und gleichzeitig die Pro-duktivität beim Case Picking deutlich steigert. Die Funktionsweise der Lösung ist denkbar einfach: Wenn von einer Lagerpalette mit 15 Artikeln zehn Artikel kommissioniert werden sollen, dann reicht es, fünf Artikel von der Palette abzunehmen, und die Versandpalette ist komplett. Wenn überdies parallel ein Auftrag mit fünf Artikeln ansteht und gefertigt wird, dann lassen sich mit dem Negative-PUT in einem Zugriff zwei Aufträge fertigen. Grundlage dafür: ein spezielles Ware-zur-Person-Kommissioniermodul und eine optimierte Software. Solch ein kombiniertes System hat Dematic jetzt zur Marktreife gebracht. Erster Anwender der patentierten Lösung ist seit Mitte 2010 das australische Verteilzentrum von Coca Cola Amatil (CCA) in Eastern Creek, New South Wales, Australien.
Hardwareseitig besteht das Negative-PUT-Modul aus ergonomisch konzipierten Ware-zur-Person-Arbeitsplätzen mit Breitbildschirmen. Die Workstations werden von zwei automatischen Palettenförderern bedient: Ein Förderer führt zwei volle Paletten aus dem Lager (Geberpaletten) heran, der andere zwei leere Paletten (Auftragspaletten). Nach visuellen Anweisungen, die von der Negative-PUT-Software auf den Bildschirmen abgebildet werden, nehmen die Kommissionierer eine Artikelanzahl von der ersten Geberpalette und legen sie auf die erste Auftragspalette. Sie können anschließend aufgefordert werden, eine weitere Warenmenge zu entnehmen und sie auf die zweite Auftragspalette zu legen. Der gleiche Vorgang wiederholt sich mit der zweiten Geberpalette.
Durch die Berechnungen der Negative-PUT-Software entstehen auf diese Weise mit der kleinstmöglichen Anzahl an Artikelbewegungen vier (!) Auftragspaletten. Denn die zwei Geberpaletten werden derart entleert, dass sie selbst die Basis für eine Auftragsbearbeitung bilden. „Dadurch entfällt die Zeit, die üblicherweise für die Transporte zwischen zwei Kommissionierungen verschwendet wird", erläutert Dematic-Vertriebsleiter Rubie. „Das steigert Produktivität und Durchsatz." Kontrollwaagen bestätigen schließlich die korrekte Artikelanzahl. Mit dem Transport der Paletten an die Ausschleusstation ist die Auftragsbearbeitung abgeschlossen.
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